Stellungnahme der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) zum FreiTraum-Haus in der Hein-Heckroth-Straße

Gegen Wohnungsleerstand und Abbau öffentlicher Räume

Seit dem 11. Juli wird das seit Jahren leerstehende Gebäude der Justus-Liebig-Universitätin der Hein-Heckroth-Straße 3 unter dem Namen „FreiTraum-Haus“ von Aktivistinnen und Aktivisten genutzt. Sie wollen einen offenen Ort fürBegegnung, Kultur, politische Bildung und selbstorganisierte Projekte schaffen. Statt diese Initiative zum Anlass für einen ernsthaften Dialog über die Zukunft des Gebäudes zu nehmen, hat die Universitätsleitung Strafanzeige gestellt und eine Räumung angekündigt.

Für die DKP macht dieser Konflikt einen grundlegenden Widerspruch sichtbar: Während bezahlbarer Wohnraum, kulturelle Freiräume und Orte gesellschaftlicherTeilhabe immer knapper werden, stehen öffentliche Gebäude jahrelang leer. Das ist Ausdruck einer Politik, die Eigentums- und Verwertungsinteressen über die Bedürfnisse der Menschen stellt.

Die Besetzung des Hauses ist deshalb vor allem ein politischer Protest gegen Leerstand und den Abbau öffentlicher Räume. Dass Menschen ein ungenutztes Gebäude wieder mit Leben füllen und einen offenen Treffpunkt schaffen wollen, verweist auf ein Versagen der Verantwortlichen – nicht derjenigen, die sich engagieren.

Die DKP kritisiert die Entscheidung der Universitätsleitung, Strafanzeige zu stellen und eine Räumung vorzubereiten. Wer gesellschaftliches Engagement kriminalisiert, verschärft den Konflikt, statt ihn zu lösen. Universitäten sollten Orte des kritischen Denkens und des demokratischen Austauschs sein, nicht Institutionen, die soziale Initiativen mit Polizei und Strafrecht beantworten.

Die DKP fordert die Justus-Liebig-Universität auf, den Strafantrag zurückzunehmen, auf eine Räumung zu verzichten und ernsthafte Verhandlungen über eine dauerhafte gemeinwohlorientierte Nutzung des Gebäudes aufzunehmen. Öffentliche Gebäude müssen der Öffentlichkeit dienen. Wo jahrelanger Leerstand herrscht,ist eine soziale und kulturelle Nutzung sinnvoller als weiterer Verfall.

Der Konflikt um das FreiTraum-Haus ist kein Einzelfall. Er zeigt, wie öffentliche Räume verschwinden und Möglichkeiten gesellschaftlicher Selbstorganisation eingeschränkt werden. Die DKP solidarisiert sich mit allen,die sich für bezahlbare Räume, kulturelle Freiräume und eine demokratische Stadtentwicklung einsetzen.