Frieden wählen – Vorletzter Infostand von GSF vor der Kommunalwahl

Sechster und vorletzter Infostand der GSF vor den Kommunalwahlen - auch unser "kriegstüchtiger" Freund ist wieder dabei, denn Frieden und Abrüstung ist unser zentrales Thema
Sechster und vorletzter Infostand der GSF vor den Kommunalwahlen – auch unser “kriegstüchtiger” Freund ist wieder dabei, denn Frieden und Abrüstung ist unser zentrales Thema

Das neue Wahlbündnis “Gießen – sozial und friedenstüchtig” – Wir dokumentieren aus dem Gießener Echo den Beitrag vom Listenkandidaten Gernot Linhart

Frieden und Abrüstung –
ein Thema für die Kommunalwahlen?

Seit Jahresanfang stehen samstags in der Gießener Innenstadt Infostände der Parteien und Wahlbündnisse. Es geht um kommunale Themen: Brandplatz, Elefantenklo, Parkplätze, Grünanlagen, Mieten. Nur ein Stand sticht hervor: Beim Bündnis „Gießen – sozial und friedenstüchtig“ (GSF) geht es auch um Krieg, Frieden und Abrüstung. Von Passanten hört man immer mal die Frage, „was hat denn das mit Kommunalpolitik zu tun?“ Für die Wahlkämpfer vom GSF ist klar: Das hat sehr viel miteinander zu tun.

In Schulen, auf Festen und Messen und auf Werbeflächen sucht die Bundeswehr nach Freiwilligen. Die Kliniken der Stadt werden von der Regierung aufgefordert, sich auf einen Krieg mit Tausenden Verletzten vorzubereiten. Technisches Hilfswerk, Rotes Kreuz und ähnliche Organisationen werden in militärische Planungen einbezogen. Die Stadtverwaltung wird verpflichtet, Personal und Räumlichkeiten bereitzuhalten. Am deutlichsten ist zu spüren, dass Rüstung und Kriegsvorbereitung sehr viel Geld kosten. Noch mehr als bisher wird die Stadt deswegen an allem sparen müssen, was nicht gesetzlich vorgeschrieben ist: Freiwillige Leistungen für Kultur, Bildung, Sport usw. werden dann der Vergangenheit angehören.

Städte könnten durchaus etwas gegen die Kriegstreiberei tun. Gießen ist seit 2011 Mitglied in einem von den Städten Hiroshima und Nagasaki gegründeten Friedensbündnis. Jede Bürgermeisterin bzw. jeder Bürgermeister Gießens ist damit seitdem ein „Mayor for Peace – Bürgermeister für den Frieden“. Leider hat bisher keiner in diesem Amt die damit verbundene Verpflichtung erfüllt, für Entspannung und für das weltweite Verbot von Atomwaffen einzutreten.

Gießener Kriegerdenkmäler verherrlichen den Militarismus noch genauso, wie von den Erbauern einst erwünscht. Die Benennung eines innerstädtischen Platzes als „Hiroshima-Platz“ wird hartnäckig (und hartherzig) abgelehnt. Gießener Erinnerungskultur beschränkt sich auf die Ehrung von Opfern. Aktiven Widerstandskämpfern wie Walter und Ria Deeg, Hans Rosenbaum und Heinrich Creter werden Ehrungen verwehrt.

Gießen war Garnisonsstadt. Diese Tradition lebt leider fort. Das Wahlbündnis GSF wird auf kommunaler Ebene für Frieden und
Abrüstung eintreten. Deswegen ist es wichtig im nächsten Stadtparlament.
Gernot Linhart